E-Rechnung 2027/2028 im SAP-Business-One-Alltag: Fristen, Formate, Prozess

Ab 2027 wird die E-Rechnung im B2B schrittweise Pflicht. Was Unternehmen mit SAP Business One jetzt klären sollten – Fristen, Formate und der richtige Prozess.

Ab 2027 reicht eine PDF-Rechnung per E-Mail für viele Unternehmen nicht mehr. Die E-Rechnung wird oft als Formatfrage behandelt: XRechnung oder ZUGFeRD? In der Praxis ist sie vor allem eine Prozessfrage. Denn eine E-Rechnung muss nicht nur erzeugt oder empfangen werden. Sie muss geprüft, freigegeben, gebucht und revisionssicher archiviert werden. Genau dort treffen ERP, Dokumentenmanagement und Buchhaltung aufeinander.

Die Fristen im Überblick

  • Seit dem 1. Januar 2025 müssen alle Unternehmen im Inland E-Rechnungen empfangen können.
  • Ab 2027 müssen Unternehmen mit mehr als 800.000 € Vorjahresumsatz E-Rechnungen versenden.
  • Ab 2028 gilt die Versandpflicht für alle Unternehmen.

Was eine E-Rechnung ist – und was nicht

Eine E-Rechnung ist ein strukturierter Datensatz, den Systeme automatisch lesen können. Üblich sind XRechnung und ZUGFeRD. Ein PDF per E-Mail ist keine E-Rechnung im Sinne des Gesetzes.

Der Weg einer Rechnung durch Ihr Unternehmen

  1. Eingang: Die Rechnung kommt in einem definierten Postfach oder Portal an.
  2. Prüfung: Sie wird automatisch gelesen und dem richtigen Vorgang zugeordnet.
  3. Freigabe: Die zuständige Person gibt sie frei – mit klaren Regeln für Beträge und Vertretungen.
  4. Buchung: Die Daten fließen ohne Abtippen in SAP Business One.
  5. Archiv: Die Rechnung wird revisionssicher im DMS abgelegt.

So sieht das in der Praxis aus

Wie ein durchgängiger Dokumentenprozess mit SAP Business One funktionieren kann, zeigt unser Fachbeitrag zur KI-gestützten Dokumentenverarbeitung: Eingehende Dokumente werden automatisch erkannt, ausgelesen und direkt mit SAP Business One verbunden.

Typische Stolpersteine

  • Rechnungen landen in persönlichen Postfächern statt an einer zentralen Stelle.
  • Freigaben laufen per E-Mail und sind später nicht nachvollziehbar.
  • ERP, DMS und Buchhaltung sind nicht verbunden – es entsteht neue Handarbeit.

Checkliste für Ihr Unternehmen

  • Wo kommen Ihre Eingangsrechnungen heute an?
  • Kann Ihr System XRechnung und ZUGFeRD lesen und erzeugen?
  • Wer gibt Rechnungen frei, und wie ist das dokumentiert?
  • Wo werden Rechnungen archiviert?

Wer die E-Rechnung nur als neues Format sieht, schafft neue Handarbeit. Wer den ganzen Prozess betrachtet, spart Zeit – und hat seine Zahlen schneller im Blick.

Sebastian Rinne, Geschäftsführer der Konsultec GmbH

Sebastian Rinne
Geschäftsführer, Konsultec GmbH

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